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Was ist KNX?

KNX ist der offene, weltweite Standard für die Heim- und Gebäudeautomation. Es ist die gemeinsame Sprache, die es einem Lichtschalter eines Herstellers ermöglicht, eine Leuchte eines anderen zu dimmen, während der Thermostat eines dritten Unternehmens denselben Präsenzmelder ausliest — und das alles ohne ein proprietäres Gateway dazwischen.

Formal ist KNX als ISO/IEC 14543-3, als europäische Norm EN 50090 und als chinesische Norm GB/T 20965 standardisiert. Es wird von der KNX Association gepflegt, einer Mitgliederorganisation von rund 500 Herstellern.

Warum eine Norm wichtig ist

Vor KNX war die Gebäudeautomation eine Ansammlung von Inseln. Jeder Anbieter hatte seine eigene Verdrahtung, sein eigenes Werkzeug und seine eigene Logik. Wechselte man den Anbieter, tauschte man das Nervensystem des Gebäudes aus.

KNX wurde geschaffen, um damit Schluss zu machen. Seine Versprechen sind:

  • Herstellerunabhängigkeit. Jedes KNX-zertifizierte Gerät funktioniert mit jedem anderen KNX-zertifizierten Gerät. Die Zertifizierung ist verpflichtend und geprüft — das Logo ist eine Garantie, kein Marketing.
  • Ein Werkzeug. Jedes Projekt wird, unabhängig davon, welche Marken darin enthalten sind, mit ETS projektiert.
  • Langlebigkeit. Der Standard ist abwärtskompatibel. Ein 2005 in Betrieb genommenes Gerät kommuniziert noch mit einem aus dem Jahr 2025.
  • Kein zentraler Ausfallpunkt. Die Intelligenz ist über die Geräte verteilt und nicht in einer einzigen Steuerung konzentriert, die das gesamte Gebäude lahmlegen kann.

Für einen Gebäudeeigentümer ist das der entscheidende Punkt: KNX ist ein Anlagewert, der den Integrator überdauert, der ihn installiert hat. Genau das ist das Problem, für dessen Verwaltung KNX Clarity existiert — siehe Escrow & Übergaben.

Eine kurze Geschichte

KNX ist nicht aus dem Nichts entstanden. Es ist die Zusammenführung dreier älterer europäischer Bussysteme:

VorgängerUrsprung
EIBEuropean Installation Bus (1990, ABB u. a.)
EHSEuropean Home Systems
BatiBUSFranzösischer Gebäudebus

1999 fusionierten ihre Organisationen zur KNX Association und vereinheitlichten die Systeme zu einem Standard. KNX ist vollständig abwärtskompatibel zu EIB — Sie werden „EIB" noch auf älterer Hardware und in älterer Dokumentation aufgedruckt sehen. Für die Praxis gilt: EIB und KNX sind derselbe Bus.

Was KNX steuert

Eine typische KNX-Installation erfasst die meisten Gewerke des Gebäudes:

  • Beleuchtung — Schalten, Dimmen, DALI-Gateways, Szenen.
  • Beschattung — Jalousien, Rollläden, Markisen, mit Wind-/Sonnen- Automatik.
  • HLK — Raumthermostate, Ventilstellantriebe, Lüftung.
  • Energie — Zählung, Lastmanagement, PV und Speicher.
  • Sicherheit & Zutritt — Anwesenheitssimulation, Alarmanbindung, Tor-/Türsteuerung.
  • Visualisierung — Touch-Panels, Apps und Logikmodule, die das Obige zu Szenen und Zeitplänen verknüpfen.

Was KNX nicht ist

  • Es ist kein Produkt — Sie können nicht „ein KNX" kaufen. Sie kaufen KNX-Geräte und projektieren sie zu einem System.
  • Es ist nicht das Internet der Dinge. KNX ist ein kabelgebundener (oder KNX-RF / KNX-IP) Feldbus mit deterministischem Verhalten, keine Cloud-Plattform. Er kann zu IP und zur Cloud gebrückt werden — genau das ist die Grenze, an der KNX Clarity sitzt.
  • Es ist nicht Plug-and-play. Eine KNX-Installation muss projektiert werden: Adressen vergeben, Parameter setzen, Gruppenadressen verknüpfen. Diese Projektierung ist die .knxproj, die KNX Clarity speichert und versioniert.
Wo KNX Clarity ins Bild passt

KNX Clarity ist nicht Teil des Busses und kommuniziert nie mit einem Gerät. Es ist das System of Record für die Projektierung: die Projektstruktur, die Geräte, die Gruppenadressen, die ETS-Versionen und die menschliche Historie darum herum. Betrachten Sie die Akademie als „die Gebäudeseite" und das Benutzerhandbuch als „die KNX-Clarity-Seite".